Pelose Heilschlamm – ein Geschenk der Natur

Einleitung

Die Entwicklung der letzten Jahre hat deutlich zu erkennen gegeben, dass Patienten immer gezielter nach Therapieformen fragen, die möglichst ohne unerwünschte Wirkungen bestmögliche Behandlungserfolge gestatten. Dieser Wunsch führte dazu, dass die Balneotherapie heute eine unerwartete Renaissance erlebt. Aus diesem Grund sollen hier Eigenschaften und Anwendung der Pelose, ein in Moorgebieten gewonnener Naturheilschlamm, zusammenfassend dargestellt werden. Die Behandlungsmaßnahmen mit Pelose werden bislang fast nur in den neuen Bundesländern genutzt, obwohl die Pelose bei dickbreiigen Anwendungen gegenüber anderen Materialien entscheidende Vorteile bietet und vergleichsweise kostengünstigere Behandlungsmaßnahmen sowohl stationär als auch ambulant erlaubt.
Die Anwendung von Peloiden in der Mediz.in erfolgte bereits 500 v. Chr. in Agypten, wo der Nilschlamm entsprechend angewandt wurde. Schon 70 n. Chr. wird von Plinius dem Alteren der thermale Naturschlamm „Fango di Battaglia” erwåhnt, den man für den von Galenus die Beschwerden Rheuma, Gicht und chronische Entzündungen erstmals als Indikationen genannt wurden. Gelegentlich eines Ausfluges in den Elbe-Havel-Winkel zur Durchführung von Planktonstudien entdeckte dann Rosenberg im See von Schollene die Lagerstätte eines Heilschlamms, der in physikalischer Hinsicht große Ähnlichkeit mit Liman-Schlamm zeigte und der für die therapeutische Anwendung besondere Vorzüge zu besitzen schien

Pelose – ein schwach basischer Heilschlamm zur Thermotherapie

Die Behandlung chronischer Krankheiten mittels einer „häuslichen Kuranwendung” unter Anleitung des Hausarztes kann wesentlich zur Kosteneinsparung sowie zur Verbesserung der Lebensqualität vieler Menschen beitragen.
Hier nimmt die Pelose. ein schwach basischer Heilschlamm mit einer ausgezeichneten Wärmekapazität und extrem guten Hautverträglichkeit. der sich besonders zur Behandlung einer durch Schmerz verstärkenden azidosebetroffenen Muskulatur eignet. eine Sonderstellung ein. Neben der Auflockerung des Bindegewebes unter Beeinflussung und Ausschwemmung schwerlöslicher Substanzen wird die Durchblutung sowie die Intensivierung der Sauerstoffzufuhr verbessert. was sich wiederum auf den Energiestoffwechsel auswirkt. Als Folge der Wärmeanwendung ergibt sich eine Hyperämie durch Weitstellung der Kapillaren. die Öffnung der Lymphspalten und die Minderung eines pathologisch erhöhten Muskeltonus.
Dient die Pelose der Kälteanwendung. ergibt sich ebenfalls eine Analgesie neben der Muskeldetonisierung; Entzündungen und Ödembildungen werden gehemmt und die Blutungsneigung verringert. Die Pelose eignet sich hervorragend zur Behandlung rheumatischer Erkrankungen und lässt sich in der Frauenhnlkunde ebenso wie in der Dermatologie oder zur Behandlung von Erkrankungen des Atemtrakts einsetzen.
Schlusselworter: Dermatologie. Gynäkologie, Heilschlamm, Pelose, rheumatoide Erkrankungen, Thermotherapie

Schollener See – Heimat der Pelose

Der Schollener See ist von einem dichten Baumgürtel umgeben und nur an der Südseite etwas freier, wo jedoch Sumpf und Moor den Zutritt verwehren. Ein kleiner Wasserlauf, der Seestrang, verbindet den See mit der Havel, von der er dadurch mit dem Boot zu erreichen ist. Die Seetiefe ist nur gering und unter dem Wasser ruht eine zähe Schlammschicht. Die Verlandung greift bereits tief in die Wasserfläche und von den 196 Hektar Gesamtfläche ist heute schon etwa die Hälfte bewachsen. Hier hat sich seit der Eiszeit über der Schlickschicht am Boden des Gewässers eine mächtige Schicht eines Süßwasserschlamms durch Reduktionsprozesse gebildet, der durch die beteiligten Kieselalgen, Muscheln und Schnecken einen schwach basischen pH-Wert aufweist und der dem schwedischen und norwegischen Halbfaulschlamm, Gyttja genannt, sehr ähnelt. Seine Bildung begann vor etwa 12 000 Jahren, so dass man diesem Teil des Schlamms spätweichseleiszeitliches Alter zusprechen kann.

Voraussetzung für die Bildung eines entsprechenden Süßwasserschlamms ist ein Gewässer mit üppigem Pflanzenwachstum. Die biologischen Prozesse vermögen dann eines Tages der Überproduktion an organischer Substanz nicht mehr Herr zu werden, und der Sauerstoff reicht nicht mehr zur Verarbeitung der von absterbenden Organismen gelieferten Masse aus. Dabei handelt es sich nicht nur um die Schwebewelt des Wassers, sondern auch um Reste höherer Pflanzen, die in einen solchen See eingetragen werden.

Der Schollener See ist heute ein streng geschütztes Naturreservat. Es ist ein Biotop für selten gewordene Amphibien, Schlangen, Schmetterlinge, Singvögel und dem vom Aussterben bedrohten Seeadler. Das Baden im See oder kampieren am Ufer ist verboten. Wir als Familienunternehmen, sind die einzigen, denen der Abbau der Pelose gewährt ist. Mit dem traditionellen und umweltschonenden Abbau des Pelose-Heilschlamms helfen wir im Grunde genommen dem See und dessen Biotop, da wir im geringen Maße der Verlandung entgegenwirken. Zudem achten wir bei dem Abbau auf eine möglichst geringe Geräuschentwicklung und darauf, dass so wenig Menschen wie möglich an dem Arbeitsprozess beteiligt sind, damit unsere Anwesenheit dieses einzigartige Biotop nicht unnötig zu stören vermag.

Wenn Sie sich noch ein paar Impressionen des Sees anschauen möchten, dann gehen Sie bitte hier auf unsere Foto-Galerie.

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